#1 Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Fatima Oezoguz 03.08.2011 19:52

Deutschland kinderärmstes Land in Europa
In Deutschland wachsen so wenig Kinder und Jugendliche auf, wie in keinem anderen Land Europas. Dies geht aus den neuen Daten des Mikrozensus 2010 hervor. Besonders gravierend ist die Entwicklung im Osten.

Mikrozensus 2010: Deutschland kinderärmstes Land in Europa

03. August 2011

Nur 16,5 Prozent der über 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind jünger als 18 Jahre. Dies geht aus einem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Bericht des Statistischen Bundesamtes über die Lebenssituation von Kindern in Deutschland hervor.

Zum Vergleich: Im Nachbarland Frankreich liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung bei über 22 Prozent. Dort wird bereits seit den frühen 80er Jahren versucht, mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Aber auch Großbritannien, die Niederlande sowie die skandinavischen Länder kommen auf einen Anteil von über 20 Prozent. Die meisten Kinder und Jugendlichen leben in der Türkei. Fast jeder dritte (31,2 Prozent) der über 72 Millionen Türken ist laut der Übersicht jünger als 18 Jahre.
Gravierender Rückgang in Ostdeutschland


http://www.faz.net/artikel/C31206/mikroz...a-30478586.html

Trotz der vielen Türken...seltsam.
Woran liegt das, meint ihr?

#2 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Boyra 03.08.2011 20:36

So gut wie alle Familien, mit einem türkischen Hintergrund die ich kennen
gelernt habe, haben einen gewissen Kinderreichtum zu verzeichnen, allerdings kann man
die nicht als repräsentativ für ganz Deutschland werten. Grundsätzlich denke ich, dass es an einer
extrem Familienfeindlichen Politik liegt. Den Türken die eine hohe Anzahl an Kindern haben, sollte
deswegen kein Vorwurf gemacht werden. Man muss viel eher überlegen, wie man dem Problem Herr werden kann. Ich denke, hier muss sich in der Politik was ändern. In einer Gesellschaft, in der Kinder oft als Last empfunden werden, und ein Selbstverwirklichungswahn tut sein übriges. Hinzu kommt ja auch, dass die Arbeit der Mutter und Hausfrau nicht vernünftig geschätzt wird. Eva Herrmann hat mal was lesenswertes geschrieben.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende...ische-mani.html
Ich bin zwar kein Freund, der Partei Bibeltreuer Christen aber was ein
Vertreter von denen hier http://www.abgeordnetenwatch.de/steve_koerner-180-26349.html geschrieben hat, kann ich nur unterschreiben.
Der Feminismus, und der Selbstverwirklichungs Wahn ist ein Grund für dieses Problem. Im übrigen, ist selbst unter Muslimen oft die Tendenz zu beobachten, dass selbst unter denen (Besonders bei Jungen) sich solche Gedankengänge breit machen. Vor allem die Derzeitige Kinderfeindlichkeit ist ein Problem.
Und gerade solche Leute, sind dann oft die Ersten die dann auf Muslime schimpfen, im übrigen auch solche die sich konservativ nennen.

#3 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Fatima Oezoguz 04.08.2011 11:28

Zitat
So gut wie alle Familien, mit einem türkischen Hintergrund die ich kennen
gelernt habe, haben einen gewissen Kinderreichtum zu verzeichnen, allerdings kann man
die nicht als repräsentativ für ganz Deutschland werten.



nein. Damit wollte ich nur sagen, dass eben die ach so hohe Geburtenrate der Türken oder Muslime allgemein, die die Islamhasser so beklagen, den Bevölkerungsrückgang in Deutschland gar nicht auffangen kann, d.h. weniger werden wir insgesamt trotzdem. Die Anteile verschieben sich allerdings schon jetzt, und das macht denen wohl Angst "die vermehren sich wie die Karnickel" . Aber haben wir es zu verantworten, wenn gerade Akademiker keinen Nachwuchs mehr wollen?

Zitat
Grundsätzlich denke ich, dass es an einer
extrem Familienfeindlichen Politik liegt. Den Türken die eine hohe Anzahl an Kindern haben, sollte
deswegen kein Vorwurf gemacht werden.



eben, leider tun viele genau dies. An der Politik liegt es glaub ich nicht so sehr. Früher machte man überhaupt keine Familienpolitik, was Adenauer zu dem Trugschluss verleitete "Kinder kriegen die Leute immer". Ich glaube, die Einstellung zu Kinder und Familie allgemein hat sich einfach gewandelt.
Denn das katholische Irland steht in Europa an der Spitze, ist also am kinderreichsten, ich we iß allerdings nicht, wie d ort die Familienpolitik im einzelnen aussieht. Ok, die südeuropäischen Länder sind zwar auch katholisch, die ähnliche Probleme wie Deutschland haben, aber Deutschland steht wirtschaftlich ungleich besser da als z.B. Spanien. Ich denke, es liegt einfach an der Einstellung, die die Leute zu Familie allgemein haben, und die ist in Irland wohl noch traditioneller geprägt.
In Frankreich dagegen bekommen Frauen Kinder, wie hoch da der Anteil der Ur - Französinnen ist, geht aus der Statistik aber nicht hervor. Es leben ja viele Maghrebiner dort. Dort ist Fremdbetreuung im frühesten Alter allerdings eine Selbstverständlichkeit, damit die Mütter wieder arbeiten gehen können, am besten wohl gleich nach der Geburt? Das trägt schon sozialistische Züge, wie Eva Herman schon herausarbeitete in ihrem Buch "Das Eva-Prinzip", das ich sehr gut fand, Feministinnen aber auf die Palme brachte. (Den Link zum Text konnte ich leider nicht öffnen). Man bekommt zwar Kinder, lässt sie aber größtenteils vom Staat erziehen, das kanns ja auch nicht sein.
Wir besuchten einmal eine Familie in Ostdeutschland (nach der Wende!), und die Mutter brachte ihr 6 - monatiges Baby in die Krippe! Auf die Frage, ob das nicht etwas früh sei, guckte sie mich nur erstaunt an und meinte, dass das ganz normal sei.

Der Feminismus und der Selbstverwirklichungswahn ist eine Seite der Medaille, aber man betrachtet leider nur diese.

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, aber er beleuchtet, warum viele hochgebildete Frauen sich schwertun, einen ebenbürtigen oder besser noch überlegenen Partner zu finden.

http://www.faz.net/artikel/C31315/vaeter...t-30147652.html

Der Artikel ist aber leider auch feministisch geprägt, da er m. E. die falschen Schlussfolgerungen zieht. Es liegt mitnichten an der "Angst des Mannes vor der ebenbürtigen Frau", sondern eher daran, dass es zuwenig gebildete Männer gibt. Oder soll eine Ärztin jetzt einen Krankenpfleger heiraten? Es liegt nun mal in der Natur der Frau, dass sie einen Mann möchte, bei dem sie sich geborgen fühlen kann. Jetzt mögen die still mitlesenden Feministinnen wieder aufheulen, aber eine Frau wünscht sich in der Regel doch einen Partner, der die Führungsrolle übernimmt und zu dem sie aufschauen kann, der auch ein zuverlässiger Vater für ihre Kinder ist. Außerdem sollte auch das Bildungsgefälle nicht zu groß sein, der Unterschied zwischen Chefarzt und Krankenschwester ist doch etwas gewaltig.

Ein Grund ist aber auch, dass die Frauen zu lange warten, bis sie heiraten, denn wenn sie erst mal die 30 überschritten haben, sind die besten Männer meist vergeben. Bedauerlicherweise hält sich die Meinung hartnäckig, dass man erst sein Studium / Ausbildung zu Ende bringen sollte, bevor man heiratet. Frauen, die das beherzigen, gehen dann oft "leer" aus.

Dass sich dieses Gedankengut auch bei Muslimen breitmacht, ist leider nicht zu bestreiten.
Dazu hatte ich ja mal einen Thread aufgemacht:

http://www.muslimfeder.de/f21t7764-musli...ilit=feminismus


Was die sogenannten deutschen "Konservativen" angeht, so sind die oftmals nicht ganz konsequent. So kenne ich persönlich viele, die zwar nach außen hin den Konservativen geben, aber selbst dieses Modell gar nicht leben, z.B. leben sie in wilder Ehe oder ähnliches.

#4 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Boyra 04.08.2011 15:17

Wenn der Link zum Koppverlag, sich so nicht öffnen lässt, dann
muss ich eben google Cache http://krz.ch/A_96 bemühen.
Der Kopp Verlag, scheint wohl Server Probleme zu haben.
Die Politik, hat bestimmte Geisteshaltungen ja befördert, insbesondere die
68er. Natürlich, ist nicht alles auf eine einzige Ursache zurück zu führen, dennoch
spielt der Selbstverwirklichungswahn eine entscheidende Rolle. Teilweise ist dieser, ja auch bei Männern zu beobachten. Was Konservative angeht, so gibt es viele die sich nur
im politischen als konservativ sehen, das Konservative Lager ist ja nicht einheitlich.
Konservativ bedeutet ja in erster Linie, am Althergebrachten festhaltend, auch teilweise am Bewehrten festhaltend. Da ist es mitunter recht unterschiedlich, was die Verschiedensten Strömungen und Einzelpersonen im konservativen Lager erhalten wollen.
Es gibt auch Konservative die überzeugte Atheisten sind.
Man muss Rahmenbedingungen schaffen, die Angst vor der Zukunft ist sicher auch ein
Faktor der eine Rolle spielt. Natürlich, spielt auch die Angst bei manchen eine Rolle
eine Familie mit Kind nicht vernünftig finanzieren zu können. Hinzu kommt ja auch, dass Mütter die zuhause bleiben um sich um das Kind zu kümmern, einen schlechten Stand haben. Stichwort "Heimchen am Herd". Die Hysterie um Eva Herman zeigt es ja auch ganz deutlich, sie wurde sogar in die Naziecke für ihre Meinung gedrückt, obwohl sie mit Nazi Ideen nichts am Hut hat. Was sie sagten, dass viele Frauen zu lange warten ist sicher auch ein Faktor, der natürlich auch eine Rolle spielt. Hinzu kommen ja auch, die Vielen Abtreibungen wo man ja sagt, dass dieses ja ein Menschenrecht sei. Christliche Gehsteigberater die Aufklärungsarbeit leisten und Frauen Hilfe anbieten, werden ja auch als Fundamentalisten und Faschisten teilweise dämonisiert. Was dieser Intelligenzforscher hier http://krz.ch/A_R3 feststellt ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Man muss die Leute besser fördern, da kann die Politik durchaus ihren Beitrag leisten. Auch die Medien müssten mehr, in die Verantwortung genommen werden. Der Feminismus ist nicht der Einzige, wohl aber ein entscheidender Grund der zu dieser Entwicklung führt. Es gibt ja auch, muslimische Theologen und Islamwissenschaftler die einen songenannten "Feministischen" Islam Propagieren, Leute wie Hilal Sezgin sind da ja auch ganz groß. Das Muslime bald, in diesem Land die Mehrheit stellen werden ist ein Fakt. Fakt ist auch, wie Andre Lichtschlag auch in seinem Buch Feindbild Muslim angedeutet hat, dass auch unter Muslimen deutlich stärker die Gebährfreudigkeit am sinken ist, und diese von der Popkultur und Unzucht (Natürlich nicht alle, aber bei vielen jüngeren lässt sich das schon beobachten) stärker geprägt sind als vom Prediger in der Moschee. Das sind Tendenzen, die sich ebenfalls nicht leugnen lassen,was aber auch unter Rechten gerne unterschlagen wird. Allerdings stimme ich Lichtschlag nicht darin zu, den Sozialstaat als solches ab zu schaffen, man muss falsche Anreize abschaffen und genauer hinsehen (Sowohl bei Deutschen, als auch bei Migranten) wer wirklich bedürftig ist und wer nicht und wo staatliche Leistungen angebracht sind und wo nicht. Deutsche hat niemand gezwungen, keine Kinder zu zeugen. Auf der Anderen Seite, gibt es ja Gegenden auf der Welt wo eine Überbevölkerung statt findet. Karl Heinz Hoffmann der zwar ein Rechter, aber kein Konservativer und auch kein Neonazi ist (Wie immer behauptet) hat mal einen Text geschrieben, den ich auch wenn ich nicht in allem zustimme durchaus überlegenswert halte.
http://www.karl-heinz-hoffmann.com/eigen..._2.html#bevunbe

#5 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Fatima Oezoguz 05.08.2011 12:05

Sorry, wenn ich jetzt von hinten anfange, aber der Herr Hoffmann bestätigt doch nur, dass es reiner Hedonismus ist, der ihn abhielt, Kinder zu zeugen. Wenn ich sowas schon lese "Freiheit, Reisen, keine durch Babygeschrei gestörten Nächte"

Weiterhin sieht er das Ganze rein diesseitig und hält Kinderwunsch gar für eine Art von "Egoismus":

Zitat
Würde Vernunft die grundsätzliche Voraussetzung zur Kinderzeugung sein, gäbe es das Problem der Überbevölkerung nicht. Warum zeugen Menschen Kinder? Es gibt genug Frauen, die seelisch krank werden, wenn sie kein Kind auf die Welt bringen können. Männer wollen oft nur Väter werden, um ihr Lebenswerk, irgendetwas Materielles, im Alter und nach ihrem Tod gut betreut zu wissen. Dazu kommt der Erzeugerstolz. Die zumeist unerfüllte Hoffnung, der Sprössling könne all das, was dem Vater versagt war, zuwege bringen. Der Drang, sich unbedingt vervielfältigen zu wollen, kann als eine Mischung aus Selbstüberschätzung und Egoismus betrachtet werden. So mancher Mensch hält sich selbst für wichtig genug um die Solidargemeinschaft mit einer Reproduktion beglücken zu müssen,



Ich habe wirklich selten so einen Unsinn gelesen, tut mir Leid. Erwiesenermaßen sinkt die Geburtenrate mit steigendem Wohlstand. Wenn es Afrika nicht so grottenschlecht ginge, was zu einem großen Teil auf das ungerechte kapitalistische Wirtschaftssystem zurückgeht, gäbe es auch keine Überbevölkerung. Der Iran hat bereits die Geburtenrate der Deutschen fast "erreicht"! Auch in der wirtschaftlich boomenden Westtürkei ist sie niedrig, im armen Osten dagegen sehr hoch. Wenn alle politisch Engagierten meinen würden, es sei besser, lieber keine Kinder zu bekommen, gibt es auch keine Zukunft. Was nützt dann das ganze Engagement? Kinder aber sind Zukunft und Innovation!

Der Focus-Text hat ja was, zugegeben. Aber gerade mit der Förderung hatte es Sarrazin ja nun nicht so, er hat meines Wissens gerade auf dem Sektor als Finanzsenator massiv gekürzt. Dann darf man sich auch nicht über schlechte PISA-Werte wundern. Ernährung und Lebensstil allgemein spielen eine große Rolle. Auch da gehen Wissensdefizite auf das Konto mangelnder Bildung.

#6 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Boyra 05.08.2011 14:57

Zum Thema Armut in Afrika, gab es einen lesenswerten Artikel
in der Libertären Zeitschrift Eigentümlich Frei.
http://ef-magazin.de/2009/10/23/1590-kor...aender-arm-sind
Es lässt sich also, nicht alles auf den Bösen Westen schieben.
Was den Hoffmann Text angeht, so ist die Sache mit den Kindern für ihn
ohnehin ein Reizthema.
Ein weiteres Problem ist, dass der Pabst Verhütungsmittel verboten hat, was sicherlich zur Überbevölkerung bei trägt. Immerhin gehört er nicht zu denen, die bei dem Islambashing mit macht und gegen Geburten Reichtum der Muslime wettert. In den Großen Religionen, stehen Kinder und viele Geburten in hohem Ansehen, dass sind Dinge die ihm nicht so behagen. Das ist ein Punkt, wo er bei allen Religionen nicht so mit übereinstimmt. Aber das was sei da, von ihm zitiert haben, ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Bei vielen (Egal ob Muslim oder nicht) spielt das was sie da von ihm zitiert haben, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Was sie sagen, dass Kinder die Zukunft sind, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, gleichzeitig ist das auch eine Sache, die ein hohes Maß an Opferbereitschaft erfordert.

#7 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Fatima Oezoguz 05.08.2011 14:59

Europa und auch neuerdings China komplett freizusprechen, ist nicht korrekt, auch wenn Korruption auch ein Faktor ist. Deswegen bin ich auch nicht für Entwicklungshilfe, wie sie derzeit gehandhabt wird, denn die wird nur von korrupten Eliten in die Taschen gesteckt.
China kauft Afrika geradezu auf, und die Eliten tun nichts dagegen. Insofern ist mir der Artikel zu einseitig.
Ein weiterer Faktor ist mangelnde Bildung, denn sonst hätten die Afrikaner ihre Regierungen längst verjagt.

#8 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Boyra 05.08.2011 15:39

Inwiefern kauft China Afrika auf?

#9 RE: Deutschland kinderärmstes Land in Europa von Fatima Oezoguz 05.08.2011 15:49

http://www.az.com.na/umwelt/china-stellt...-auf.131811.php

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